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1945 Werbung in der DDR 1976

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Dieses Bild ist aus meinem Buch

"Gut beraten, Froh gestimmt"

Verkaufsförderung Made in GDR von

Ute Scheffler

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1945  wurde in Berlin die

"DEWAG - Deutsche Werbe- & Anzeigengesellschaft" gegründet & bereits im Jahr

 

1950  liefen die ersten Werbefilme über die Leinwände der Kinos, damals Lichtspielhäuser genannt. Die "DEWAG" erhielt dann ab

1951  die Globallizenz für die Produktion von Werbefilmen & versorgte fast  99 % der Kinos in der DDR mit Dias & Werbefilmen.

Die Produktion von Fernsehwerbung übernahm hingegen der Deutsche Fernsehfunk kurz DFF selbst, die DEWAG schrieb nur  den groben Handlungsverlauf dafür.

Für die Produktionskosten der Werbefilme mussten die Betriebe selbst aufkommen.

In Verträgen wurde ausgehandelt, wie oft & wann die Werbefilme laufen sollten & welcher Preis dafür zu entrichten sei.

Der Samstagabend war damals schon ein begehrter Sendeplatz &  deshalb auch teurer als eine Ausstrahlung an Wochentagen.

Unter der Woche kostete die Ausstrahlung eines Werbefilms

*** 9.000 Mark &

*** 12.000 Mark waren es am Wochenende. Ab

1959  gab es eine Fernsehsendung Namens

"Notizen für den Einkauf".

 

Im März

1960  wurde die Sendung umbenannt in

*** "Tinas tausend Tele Tips" &

schließlich zum letzten Mal gekürzt in die

*** "tausend tele tips"

welche im Vorabendprogramm des DFF ausgestrahlt wurden.

Zuerst liefen die „tausend tele tips“ jeden Montag, dann zwei- bis dreimal pro Woche &  dann war nur noch der Sonntag werbefrei.

Auf der einen Seite wurde direkt für ein Produkt geworben. Der Einkauf bildete die eigentliche Rahmenhandlung der Werbefilme.

Auf der anderen Seite standen verschiedene Anlässe wie Weihnachten, einzelne Warengruppen oder Handelseinrichtungen wie HO, Konsum oder Centrum - Warenhäuser im Mittelpunkt. Durch diese Maßnahme trat der Gebrauchswert der einzelnen Waren in den Hintergrund & die Produktinformation fiel  dürftiger aus. Die "tausend tele tips" entwickelten sich zu einer Einnahmequelle besonderer Güte.

Doch dem Werbefernsehen wurden höhere Aufgaben zugedacht als nur Geld einzubringen. Die Werbesendungen sollten bunte Magazine mit unterhaltenden & lebensnahen Empfehlungen sein & lockten tatsächlich bis zu sechs Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Vor allem aber sollte das Werbefernsehen  bestimmte Leitbilder &  sozialistische Lebensweisen propagieren.

1962 & 1963  war die SED der Meinung, dass das Werbefernsehen die Bevölkerung zu sehr in die Richtung „Konsum als Sinn des Lebens“ lenkte & deshalb wurde das Werbebudget der Betriebe drastisch gekürzt. Ab

 

1970  beschleunigten erneute Budgetkürzungen die Entwicklung hin zu einem farblosen Werbefernsehen.

Die SED kritisierte die Wirtschaftsreformen von

1963 &  wies die Betriebe wieder in engere Grenzen.

Für die Werbung war damit noch weniger Geld als zuvor übrig. Begonnene Werbefilme wurden nicht fertig gestellt,

neue seltener in Auftrag gegeben.

Dadurch häuften sich die Wiederholungen von Werbefilmen,

das Werbefernsehen verlor nun vollständig seinen unterhaltenden Charakter.

1975  erfolgte der nächste Einschnitt.

Werbefernsehen wurde  nur noch für einzelne Bereiche genehmigt:

Materialökonomie, Gesundheitserziehung, Versicherungsschutz, Kulturpolitik, Lotterie, Produktionspropaganda, Verkaufsraum- & Schaufenstergestaltung &  Werbung für die Teilnahme an Messen &  Ausstellungen. Das einstige Schaufenster "Werbefernsehen" stand vor dem "Ausverkauf" & wurde schließlich

1976  vom Ministerrat ganz gestrichen &

die beliebten "tausend tele tips" wurde eingestellt.

Was blieb, waren Aufklärungsfilme, die versuchten an das Gewissen der Menschen zu appellieren & Ratgebersendungen,

die in ihren Programmen von Zeit zu Zeit einzelne Produkte & Waren vorstellten.

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Tausend - Tele - Tips Logo

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ENDE

Ich bedanke mich herzlich für Ihr Interesse!

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