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Was geschah nach 1989 mit Berlin Kosmetik?

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Hinweis

Am 26.06.1997, also vor 20 Jahren, erschien ein Artikel von

Herrn Stefan Kegel in der "Berliner Zeitung".

Ich habe diesen Artikel streckenweise genauso übernommen,

wie Herr Kegel ihn schrieb.

 

Nur, ich habe ihn im Präteritum geschrieben und

nach Jahreszahlen geordnet, wie meine anderen Texte. 

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"Hier muß man uns schon raustragen"

 

Berlin - Marzahn

"Berlin Kosmetik" war mehr als ein Herstellungsbetrieb für Duschgel und Deo. Der Betrieb galt als ein Symbol dafür, dass auch Ost - Betriebe nach der Wende eine Chance haben.

 

Jetzt ist Berlin Kosmetik bankrott.

 

Es gab in den vergangenen Jahren nicht viele Ost - Produkte, die den Sprung ins wiedervereinigte Deutschland schafften.

Werder-Ketchup zählt dazu, Florena-Creme, Rotkäppchen-Sekt - und "Koivo". Zu DDR - Zeiten als sündhaft teure Kosmetikserie "Koivo". eingeführt, wurde es nach der Wende bei Berlin Kosmetik weiterproduziert. 

 

1990  Herr Rolf Schilling,Chef der Abteilung Forschung und Entwicklung, und seine Kollegen sahen die Nachwende - Geschichte von "Berlin Kosmetik" als eine der typischen Treuhand - Geschichten.

 

Das Durchhalten hatten sie bereits

1992  gelernt, als schon einmal der Konkursverwalter vor der Tür stand. Jetzt sind die Mitarbeiter entschlossen, wieder um den Erhalt ihres Betriebes zu kämpfen.

"Hier muß man uns schon raustragen", sagte Herr Schilling.  Am 1. März

1993  übernahm der Amerikaner, Mr. Raymond J. Learsy,

ein nicht unbekannter Kunstmäzen ,das Unternehmen von der Treuhand als Geschäftsführer und Gesellschafter in einer Person, welches fortan

"Berlin Cosmetics" hieß.

 

Dieser Mr. R. J. Learsy führte die Firma trotz steigender Umsätze geradewegs in die Gesamtvollstreckung.

 

Er sollte für "Berlin Kosmetik" 38,5 Millionen Mark bezahlen und versprach Investitionen.

Mr. Learsy zahlte 11 Millionen des Kaufpreises, indem er Grundstücke des Unternehmens belieh.

Die restliche Summe wurde mit der Veräußerung eines

"nicht betriebsnotwendigen Grundstücks" beglichen.

 

Wie die Berliner Zeitung erfuhr, sollten unter anderem aus dem Erlös

des Grundstücks Abfindungen für 93 Mitarbeiter gezahlt werden, die

1992  entlassen wurden. Das sah ein Sozialplan vor. Heute im Jahr

1997  warten die ehemaligen Mitarbeiter immer noch auf das Geld und die noch verbliebenen Mitarbeiter hatten im Juni seit April kein Gehalt gesehen.

 

Mr. R. J. Learsy hielt auch andere Zusagen nicht ein.

Nach Angaben des eingesetzten Treuhandverwalters Herr Andreas Köhler hatte der amerikanische Kunstfreund nie auch nur eine Mark in das Unternehmen investiert.

Geld wurde in erster Linie nur durch die Beleihung von Firmeneigentum beschafft.

 

Die Banken griffen bereits auf ihre Sicherheiten zurück.

Ein Großteil der Maschinen in den Hallen an der Bitterfelder Straße trugen bereits die Aufkleber "Sicherheitseigentum der NordLB/West LB".

 

Jeden Tag marschierte das Unternehmen ein kleines Stück auf den Abgrund zu.

 

Waren es in der ersten Zeit Probleme, bei Handelsketten NICHT

gelistet zu werden, taten sich später mehr und mehr wirtschaftliche Schwierigkeiten auf.

"Es gab nie eine langfristige Marketingstrategie", beklagt Produktmanagerin Marina Kühnert.

Eine maximal halbjährliche Planung sei an der Tagesordnung gewesen. Entscheidungen seien lange Zeit verschleppt worden, um dann über Nacht umgesetzt zu werden. 

 

Zum Beispiel:

1993  wurde die neue Serie "Koivo man" entwickelt und kam erst

1995  auf den Markt.

 

Das Produkte von "Berlin Cosmetics" trotzdem in den Regalen großer Ketten landeten, sei der Flexibilität und dem Fleiß der Belegschaft,

die fast ausschließlich aus Marzahner Facharbeitern bestand,

zu verdanken.

 

 

Um die Produktion wenigstens teilweise fortsetzen zu können,

benötigte das Unternehmen zunächst 5 Millionen Mark.

 

Da der Senat und die Treuhand Nachfolgerin BvS ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten, argumentierte Marina Kühnert, müsse das Geld eigentlich

von dort kommen.

 

"Wenn dann ein neuer Investor gefunden wird, wollen wir diesmal aber mitreden", forderte sie.

 

Das es weiterging, da war sich die Produktmanagerin sicher.

 

Handelsketten wie Rewe, Lidl & Schwarz und Rossmann hatten angekündigt, die Geschäftsbeziehungen nach Beendigung der Lieferschwierigkeiten wieder aufzunehmen.

 

"Wir hatten auch Post aus Nowosibirsk bekommen", erzählt Herr Schilling.

 

Der dortige Handelspartner schrieb:

"Wir verdoppeln die Bestellung und bezahlen sogar gleich. Hilft Ihnen das?"

 

 

Herr Rolf Schilling geht durch die leeren Hallen, in denen bis vor zwei Wochen noch "Koivo", "Indra", "Femme" und "Unter den Linden" produziert wurden. Solange, bis das Geld alle war

 

Gefunden auf:

*** http://www.berliner-zeitung.de/belegschaft-von-berlin-kosmetik-

              kampfbereit--hier-muss-man-uns-schon-raustragen--16081148

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 ENDE

Ich bedanke mich herzlich für Ihr Interesse!

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